- Das Ende des „Non-Dom“-Status im Vereinigten Königreich
- Zypern als stabile Alternative innerhalb der EU
- Anreize für Arbeitseinkommen
- Kapitalgewinne und Anlageplanung
- Flexible Aufenthaltsbestimmungen
- EU-Blaue Karte für berufliche Mobilität
- Warum Zypern für ehemalige britische „Non-Doms“ attraktiv ist
- Zypern als langfristiger Standort
Die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Regelung für Nichtansässige im Vereinigten Königreich haben viele Personen dazu veranlasst, ihren steuerlichen Wohnsitz im Vereinigten Königreich zu überdenken. Da das Vereinigte Königreich den seit langem bestehenden Status als „Non-Dom“ ab April 2025 abschafft, suchen internationale Fachkräfte, Unternehmer und vermögende Privatpersonen nach alternativen Standorten innerhalb der Europäischen Union. Zypern hat sich rasch als eine der attraktivsten Optionen herauskristallisiert und bietet eine Kombination aus wettbewerbsfähigen steuerlichen Anreizen, Mobilität innerhalb der EU und langfristiger Sicherheit.
Das Ende des „Non-Dom“-Status im Vereinigten Königreich
Finanzministerin Rachel Reeves bestätigte im Herbsthaushalt vom Oktober 2024, dass ab dem 6. April 2025 die britische „Non-Dom“-Regelung durch ein System ersetzt wird, das ausschließlich auf dem Steuerwohnsitz basiert. Dadurch verkürzt sich der Zeitraum, in dem eine nicht im Vereinigten Königreich ansässige Person von der Überweisungsbasis profitieren kann, auf nur vier Jahre, vorausgesetzt, sie war mindestens zehn Jahre lang nicht im Vereinigten Königreich steuerlich ansässig. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf langfristig nicht im Vereinigten Königreich ansässige Personen, von denen viele nun einen Umzug in Länder mit günstigeren Steuerregelungen wie Zypern in Erwägung ziehen.
Zypern als stabile Alternative innerhalb der EU
Zypern hat sich einen Ruf als politisch stabiler EU-Staat mit einem gut entwickelten Rechts- und Steuerrahmen erarbeitet. Die 2016 im Rahmen des Gesetzes Nr. 117(I)/2002 über den Sonderbeitrag zur Verteidigung eingeführte Regelung für Nichtansässige befreit diese von der Steuer auf Dividenden, passive Zinserträge und Mieteinnahmen. Darüber hinaus gibt es keine Vermögenssteuer, keine Erbschaftssteuer und keine Kapitalertragsteuer auf Wertpapiere, mit Ausnahme von zyprischen Immobilien. Dies macht Zypern besonders attraktiv für den Vermögensschutz und die grenzüberschreitende Vermögensstrukturierung.
Anreize für Arbeitseinkommen
Das Einkommensteuergesetz 118(I)/2002 sieht zudem großzügige Freibeträge für Arbeitseinkünfte vor. Derzeit können Personen, die jährlich mehr als 55.000 € verdienen, bis zu 17 Jahre lang von einer Einkommensteuerermäßigung in Höhe von 50 Prozent profitieren – ein Anreiz, der speziell darauf ausgerichtet ist, hochqualifizierte Fachkräfte anzuziehen. Vorschläge im Rahmen des Steuerreformpakets 2025 sehen vor, die Vergünstigungen für Nicht-Dom-Personen gegen Zahlung einer jährlichen Gebühr auf unbestimmte Zeit zu verlängern und den Steuerfreibetrag auf 20.500 € anzuheben, wodurch Zypern im Umfeld der Nicht-Dom-Personen nach dem Brexit noch attraktiver wird.
Kapitalgewinne und Anlageplanung
Im Gegensatz zu den immer strengeren Regelungen im Vereinigten Königreich bietet Zypern einen klaren Rahmen für Kapitalerträge. Das Kapitalertragsteuergesetz 52/1980 beschränkt die Besteuerung ausschließlich auf Veräußerungen von in Zypern gelegenen Immobilien und damit verbundenen Anteilen. Gewinne aus dem Handel mit globalen Wertpapieren bleiben steuerfrei. Dies bietet Flexibilität für international mobile Fachkräfte und Investoren, die vielfältige Vermögensportfolios verwalten. Weitere Steuerabzüge sind für Familien, umweltfreundliche Investitionen und Hypothekenzinsen vorgesehen, wodurch der zyprische Rahmen an die Anforderungen eines modernen Lebensstils angepasst wird. Die Regierung hat zudem signalisiert, dass wichtige Anreize wie der fiktive Zinsabzug und die „Intellectual Property Box“-Regelung (IP-Box) beibehalten werden sollen, die beide innerhalb der EU weiterhin äußerst wettbewerbsfähig sind.
Flexible Aufenthaltsbestimmungen
Der Steuerwohnsitz in Zypern ist leicht zu erlangen und flexibel gestaltet. Die traditionelle 183-Tage-Regelung bleibt bestehen, doch die innovative 60-Tage-Regelung ermöglicht es Privatpersonen, mit minimaler Anwesenheit einen Steuerwohnsitz zu begründen, sofern sie wirtschaftliche Verbindungen unterhalten und keinen Wohnsitz an einem anderen Ort haben. Geplante Reformen für das Jahr 2025 würden dies noch weiter ausweiten, indem der Mittelpunkt der geschäftlichen Interessen als ausreichender Grund anerkannt wird – selbst für diejenigen, die nur begrenzt Zeit auf der Insel verbringen. Dieser Ansatz gibt Unternehmern, digitalen Nomaden und Führungskräften die Möglichkeit, sich den steuerlichen Wohnsitz auf der Grundlage der wirtschaftlichen Substanz statt durch einen dauerhaften Umzug zu sichern – ein Faktor, der im heutigen mobilen Geschäftsumfeld zunehmend an Bedeutung gewinnt.
EU-Blaue Karte für berufliche Mobilität
Zypern hat zudem sein Einwanderungsrecht durch das Ausländer- und Einwanderungsgesetz (Änderung) 111(I)/2024 aktualisiert, mit dem die Richtlinie (EU) 2021/1883 in nationales Recht umgesetzt wurde. Ab Juli 2025 können hochqualifizierte Drittstaatsangehörige nun in Zypern die Blaue Karte EU beantragen und sich so den Zugang zum EU-Arbeitsmarkt zu harmonisierten Bedingungen sichern. Voraussetzungen sind ein Hochschulabschluss oder gleichwertige Berufserfahrung, ein verbindliches Stellenangebot in Branchen wie IKT, pharmazeutische Forschung und Entwicklung oder Schifffahrt sowie ein Mindestjahresgehalt von 43.632 €. Neben Aufenthaltsrechten und Gleichbehandlung in den Bereichen Beschäftigung und soziale Sicherheit genießen Inhaber der Blauen Karte das Recht auf Familienzusammenführung, kurzfristige Reisen innerhalb der EU sowie die Möglichkeit, nach 12 Monaten in Zypern in einen anderen Mitgliedstaat zu wechseln. In Verbindung mit den steuerlichen Anreizen für Nicht-Domizilierte in Zypern bietet die Blaue Karte eine einzigartig starke Kombination aus steuerlicher Effizienz und EU-weiter beruflicher Mobilität.
Warum Zypern für ehemalige britische „Non-Doms“ attraktiv ist
Für ehemalige britische „Non-Doms“ bietet Zypern drei wesentliche Vorteile. Erstens entfallen dank der „Non-Dom“-Regelung Steuern auf Dividenden, Zinsen und Gewinne aus ausländischen Quellen, was eine effiziente Vermögensplanung ermöglicht. Zweitens bieten die Aufenthaltsbestimmungen Flexibilität, sodass Privatpersonen ihre Angelegenheiten in Zypern regeln können, ohne ständig vor Ort anwesend sein zu müssen. Drittens fördert die Einbindung der EU-Blauen Karte die Mobilität und ermöglicht es global orientierten Fachkräften, Steuervorteile mit EU-weiten Karrieremöglichkeiten zu verbinden.
Zypern als langfristiger Standort
Der Umzug in ein neues Land ist eine weitreichende Entscheidung, doch Zypern bietet eine ausgewogene Mischung aus steuerlicher Effizienz, Rechtssicherheit und Lebensqualität. Mit ihrem mediterranen Klima, der EU-Mitgliedschaft, einem englischsprachigen Dienstleistungssektor und den derzeit laufenden positiven Reformen gilt die Insel zunehmend als naheliegender Nachfolger für diejenigen, die das britische „Non-Dom“-System verlassen. Für Einzelpersonen und Familien, die von den Reformen im Vereinigten Königreich betroffen sind, stellt Zypern eine stabile und zukunftsorientierte Alternative dar. Die Kombination aus steuerlichen Anreizen, Aufenthaltsmöglichkeiten und EU-Mobilität sorgt dafür, dass die Insel ein bevorzugtes Ziel für international mobile Fachkräfte bleibt, die Sicherheit, Chancen und langfristige Planungssicherheit suchen.
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