- Belgien
- Frankreich
- Luxemburg
- Schweden
Die Einhaltung der sich ständig weiterentwickelnden Einwanderungsvorschriften in ganz Europa ist für Arbeitgeber und Personalvermittlungsagenturen, die internationale Fachkräfte betreuen, von entscheidender Bedeutung. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten regulatorischen Änderungen in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Schweden für das Jahr 2026 sowie deren praktische Auswirkungen.
Belgien
Wallonien: Geänderte Gehaltsanforderungen für ausländische Arbeitnehmer
Ab 2026 hat die Region Wallonien die Mindestlohnschwellen für verschiedene Kategorien ausländischer Arbeitnehmer angehoben. Diese Schwellenwerte werden jährlich überprüft und müssen von Arbeitgebern bei der Einstellung internationaler Fachkräfte strikt eingehalten werden.
Zu den wichtigsten Beispielen gehören:
- Hochqualifizierte Arbeitskräfte: 53.220
- Hochqualifizierte Nachwuchskräfte (unter 30 Jahren): 42.576
- Führungspositionen: 88.790
- Inhaber einer EU-Blue-Card: 68.815
- Inhaber einer EU-Blue-Card für Berufseinsteiger (mit weniger als 3 Jahren Berufserfahrung): 55.052
- Künstler: 44.396
- IT-Manager: 68.815
- IT-Experten: 55.053
- IT-Praktikanten: 34.408
- Profisportler, Schiedsrichter oder Trainer, die unter das Gesetz von 1978 über bezahlte Sportler fallen: 53.220
- Reisebusse, die nicht unter das Gesetz von 1978 fallen: 44.396
- Junge Au-pair-Kräfte: 750 pro Monat
Die Nichteinhaltung dieser Mindestgehälter kann zu Verstößen gegen die Vorschriften und zur Ablehnung von Bewerbungen führen. Arbeitgeber sollten die Vergütungspakete sorgfältig prüfen, bevor sie mit der Personalbeschaffung fortfahren.
Flandern: Prozessverbesserungen und Arbeitsmarktregeln
Die jüngsten Aktualisierungen der flämischen Behörden bringen mehrere operative Änderungen mit sich:
- Eine überarbeitete Liste der Mangelberufe ist nun in Kraft getreten, was sich auf die Voraussetzungen für bestimmte Arbeitsgenehmigungen auswirkt.
- Die Vorschriften für Saisonarbeit wurden mit Wirkung zum Januar 2026 aktualisiert.
- Ab Mai 2026 ist die digitale Einreichung über das offizielle Portal für kurzfristige (90-Tage-)Genehmigungen verpflichtend, wobei eine Übergangsfrist bis September gilt.
Wichtig ist, dass die ISCO-Klassifizierungscodes zwar Anhaltspunkte zum Qualifikationsniveau liefern, die Behörden bei der Feststellung der Anspruchsberechtigung jedoch die tatsächlichen Arbeitsaufgaben berücksichtigen.
Frankreich
Erhöhung der Einwanderungsgebühren
Ab dem 1. Mai 2026 führt Frankreich höhere Verwaltungsgebühren für Aufenthaltsgenehmigungen ein.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
- Unterscheidung zwischen Erstanträgen und Verlängerungen
- Einführung von Gebühren für Verfahren, die bisher kostenlos waren
- Allgemeine Angleichung der Gebühren an den EU-Durchschnitt
Arbeitgeber sollten bei der Einstellung internationaler Mitarbeiter mit höheren Einarbeitungskosten rechnen und ihre Budgets entsprechend anpassen, insbesondere bei groß angelegten Rekrutierungsprojekten.
| Kategorie | Aktuelle Gebühr (EUR) | Neue Gebühr – Erstgebühr (EUR) | Neue Gebühr – Verlängerung (EUR) |
| Hauptkategorien von Aufenthaltsgenehmigungen | 225 | 350 | 250 |
| Aufenthaltsgenehmigungen für Studierende oder Arbeitssuchende | 75 | 150 | 100 |
| 10-jährige Aufenthaltsgenehmigungen | 225 | 350 | 250 |
| Befristete Aufenthaltsbescheinigung (in den meisten Fällen) | Kostenlos | 100 | 100 |
| Änderungen der Aufenthaltsgenehmigung (z. B. Adressänderung) | 25 | 50 | — |
| Verfahren zur Beantragung der Staatsbürgerschaft | 55 | 255 | — |
| Umtausch eines Führerscheins | Kostenlos | 40 | — |
Luxemburg
Vorgeschlagene Reformen bei Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen
Ein derzeit in Prüfung befindlicher Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für Drittstaatsangehörige in Luxemburg zu modernisieren.
Sollten die Reformen verabschiedet werden, werden sie:
- Verkürzung der Bearbeitungszeiten auf etwa 90 Tage (mit begrenzten Verlängerungsmöglichkeiten)
- Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis für Arbeitnehmer von einem auf zwei Jahre
- Einführung strengerer Bedingungen für einen Arbeitgeberwechsel während der ersten Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis
Für Arbeitgeber werden diese Änderungen voraussichtlich folgende Auswirkungen haben:
- Die Vorhersehbarkeit der Einstellungszeiträume verbessern
- Den Verwaltungsaufwand verringern
- Die Planung der Mobilität der Arbeitskräfte stärken
Die Compliance-Anforderungen in Bezug auf Stellenwechsel und Arbeitsmarktprüfungen werden jedoch strukturierter gestaltet.
Schweden
Strengere Anforderungen an Arbeitsgenehmigungen
Die vom schwedischen Parlament verabschiedeten neuen Rechtsvorschriften treten am 1. Juni 2026 in Kraft und bringen mehrere wesentliche Änderungen mit sich:
- Die Mindestlohnanforderung steigt von 80 % auf 90 % des nationalen Medianlohns
- Obligatorische Krankenversicherung für kurzfristige Entsendungen (bis zu einem Jahr)
- Verstärkte Kontrolle der Arbeitgeber, einschließlich strengerer Sanktionen bei Nichteinhaltung der Vorschriften
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Arbeitnehmerschutz zu verbessern, könnten jedoch auch die Hürden für Arbeitgeber erhöhen, die internationale Fachkräfte einstellen möchten.
Jeder Antrag wird individuell geprüft, wobei für bestimmte Berufe Ausnahmen möglich sind.