- Einleitung
- Die wichtigsten Merkmale des amerikanischen „Golden Visa“-Programms
- Steuerliche Auswirkungen für Inhaber eines „Golden Visa“
- Herausforderungen und Kritik am amerikanischen „Golden Visa“
- Fazit: Wie geht es weiter mit dem amerikanischen „Golden Visa“?
Einleitung
Im Februar 2025 kündigte Präsident Donald Trump seine Absicht an, das „American Golden Visa“-Programm, auch bekannt als „Trump Gold Card Visa“, einzuführen. Diese Initiative zielt darauf ab, das seit über drei Jahrzehnten bestehende EB-5-Einwanderungsprogramm für Investoren zu ersetzen und vermögenden Personen einen einfacheren und schnelleren Weg zur Aufenthaltsgenehmigung in den USA zu ermöglichen.
Das „Golden Visa“-Programm gewährt im Gegenzug für eine Direktzahlung in Höhe von 5 Millionen US-Dollar an die US-Regierung eine sofortige dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Im Gegensatz zum EB-5-Visum, das Investitionen in arbeitsplatzschaffende Unternehmen voraussetzt, sollen bei diesem neuen Programm die Anforderungen hinsichtlich Unternehmen und Beschäftigung entfallen.
Seit 1990 ist das EB-5-Visum ein beliebter Weg für vermögende Ausländer, die eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in den USA anstreben. Das Programm sieht für Investoren folgende Voraussetzungen vor:
- Investieren Sie zwischen 800.000 und 1.050.000 US-Dollar in ein US-amerikanisches Unternehmen.
- Mindestens 10 Vollzeitstellen schaffen oder erhalten.
- Die Anlage aktiv verwalten.
Dieses Programm hat zwar zur US-Wirtschaft beigetragen, wirft jedoch auch erhebliche Probleme auf, darunter:
- Lange Bearbeitungszeiten, die manchmal mehr als 10 Jahre betragen.
- Komplexe Bürokratie und rechtliche Hürden.
- Fälle von Betrug und Misswirtschaft bei Investitionsprojekten.
- Hohes finanzielles Risiko, da der Erfolg von der Geschäftsentwicklung abhängt.
Um diese Ineffizienzen zu beheben, beabsichtigt die Trump-Regierung, das „Golden Visa“-Programm als straffere Alternative einzuführen.
Die wichtigsten Merkmale des amerikanischen „Golden Visa“-Programms
- Direktinvestition in Höhe von 5 Millionen Dollar
- Anstatt in Unternehmen zu investieren, leisten die Antragsteller eine einmalige, nicht erstattungsfähige Zahlung an das US-Finanzministerium.
- Diese Mittel werden für Infrastrukturprojekte, staatliche Programme und den Abbau der Staatsverschuldung verwendet.
2. Keine Verpflichtung zur Gründung eines Unternehmens oder zur Schaffung von Arbeitsplätzen
- Anleger sind nicht verpflichtet, ein Unternehmen zu gründen oder zu führen.
- Es besteht keine Verpflichtung, US-amerikanische Arbeitnehmer zu beschäftigen, was den Prozess wesentlich unkomplizierter und risikofreier macht.
3. Sofortige dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung
- Erfolgreiche Bewerber und ihre Familien (Ehepartner und Kinder unter 21 Jahren) erhalten umgehend eine US-Greencard.
4. Keine Arbeits- oder Aufenthaltsbeschränkungen
- Inhaber eines „Golden Visa“ dürfen überall in den USA leben, arbeiten oder ihren Ruhestand verbringen, ohne dass ein Stellenangebot erforderlich ist.
5. Weg zur Staatsbürgerschaft
- Nach fünf Jahren ununterbrochenem Aufenthalt können Inhaber eines „Golden Visa“ die US-Staatsbürgerschaft beantragen.
6. Mögliche Steuervorteile
- Berichten zufolge könnten Inhaber eines „Golden Visa“ ausschließlich auf Einkünfte aus US-Quellen besteuert werden, wodurch ausländische Einkünfte von der US-Besteuerung ausgenommen wären.
7. Beschleunigte Bearbeitung von Anträgen
- Die US-Regierung behandelt Anträge auf ein „Golden Visa“ vorrangig, wodurch sich die Bearbeitungszeiten im Vergleich zu anderen Investorenvisa verkürzen.
Steuerliche Auswirkungen für Inhaber eines „Golden Visa“
Eines der Hauptanliegen ausländischer Investoren ist die Besteuerung in den USA. Die Vereinigten Staaten besteuern grundsätzlich alle Inhaber einer Green Card auf ihr weltweites Einkommen; das „Golden Visa“ könnte jedoch eine Ausnahme bieten.
- Begrenzte Besteuerung ausschließlich von Einkünften aus den USA: Berichten zufolge unterliegen Inhaber eines „Golden Visa“ möglicherweise keiner US-Steuerpflicht für ihre ausländischen Einkünfte, sondern lediglich für Gewinne aus US-Investitionen und -Unternehmen.
- Keine weltweiten Steuerpflichten: Im Gegensatz zu Inhabern einer regulären Green Card müssen Inhaber des Golden Visa möglicherweise keine ausländischen Bankkonten melden (FBAR-Pflicht).
Herausforderungen und Kritik am amerikanischen „Golden Visa“
Trotz seiner Vorteile sieht sich das amerikanische „Golden Visa“ mit einer Reihe von Kritikpunkten und Herausforderungen konfrontiert:
- Hohe Kosten: Mit 5 Millionen Dollar liegt die erforderliche Investitionssumme deutlich über der der meisten anderen Investorenvisumsprogramme weltweit.
- Bedenken hinsichtlich Steuerlücken: Kritiker argumentieren, dass die Befreiung von Inhabern eines „Golden Visa“ von der weltweiten Besteuerung Möglichkeiten zur Steuervermeidung eröffnen könnte, insbesondere für sehr vermögende Privatpersonen.
Fazit: Wie geht es weiter mit dem amerikanischen „Golden Visa“?
Das amerikanische „Golden Visa“-Programm 2025 stellt eine bedeutende Wende in der US-Einwanderungspolitik dar, da es sich eher an vermögende Privatpersonen als an Unternehmensgründer richtet. Obwohl es einen vereinfachten Weg zur Aufenthaltsgenehmigung in den USA und potenzielle steuerliche Vorteile bietet, bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der steuerlichen Behandlung, der wirtschaftlichen Auswirkungen und der Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Während die US-Regierung die Vorschriften zum „Golden Visa“ finalisiert, sollten potenzielle Antragsteller die aktuellen Entwicklungen genau verfolgen, Einwanderungsanwälte konsultieren und die steuerlichen Auswirkungen sorgfältig abwägen, bevor sie einen Antrag stellen.